| Theodor
W. Adorno: "Ach das sind ja Utopien"
Und wenn nun heute die Menschen universal das sagen, was in harmloseren
Zeiten wohl nur ausgepichten Spießbürgern vorbehalten war:
Ach das sind ja Utopien, ach das ist ja nur im Schlaraffenland
möglich, im Grunde soll das das auch überhaupt gar nicht
sein,
dann würde ich sagen, das kommt davon, dass die Menschen
den Widerspruch zwischen der offenbaren Möglichkeit der
Erfüllung und der ebenso offenbaren Unmöglichkeit
der Erfüllung
nur auf die Weise, zu bemeistern vermögen,
dass sie sich mit dieser Unmöglichkeit identifizieren
und diese Unmöglichkeit zu ihrer eigenen Sache machen
und dass sie also, mit Freud zu reden, sich mit dem Angreifer identifizieren
und dass sie sagen, dass das nicht sein soll,
von dem sie fühlen, dass es grade ja sein sollte,
aber dass es durch eine Verhexung der Welt
ihnen vorenthalten wird.
|