La Cérémonie - Eine Geisterbahn

Inhaltlicher Ausgangspunkt von «La Cérémonie» ist der gleichnamige Film des französischen Regisseurs Claude Chabrol. Dramatischer Höhepunkt des Films ist die Szene, in der eine bürgerliche Familie von der ungebildeten Hausangestellten und deren Freundin, einer Postangestellten, mit dem familieneigenen Jagdgewehr erschossen wird.

Der Mord passiert, während sich die Familie am TV eine Peking-Oper ansieht. Die Zeremonien, die 400asa wiederzuerwecken sucht, sind Kulturrevolution und Opernhauskrawall, die Auflehnung des Bürgers gegen die Rituale einer Dekadenz-geschwängerten Gesellschaft. Züri brännt. Aber Peking auch.

Die Bandbreite der musikalischen Mittel, die vom Kommerz-Musical bis zur komplexen Opernadaption reicht, übersetzt die politischen Fragestellungen in sinnliche Unterhaltung. Mag die Welt grausam sein – bei La Cérémonie von 400asa ist sie auch schön und farbenprächtig.

Regie: Samuel Schwarz; Koregie in Peking: Li Heng Lee; Mitarbeit Regie: Julian M. Grünthal; Text: Sabine Wen-Ching Wang; Musik: Michael Sauter; Bühne/Technik: Duri Bischoff/Philipp Stengele; Koproduktion HKB: Wolfram Heberle; Produktion: Laura Häusermann

Mit: Wanda Wylowa, Meret Hottinger, N.N., N.N. und Studierenden der HKB bzw. der Central Academy of Drama/Peking University of Theatre Research Institute